Warum gründen wir eine Freie Schule?

Mit unserer Schule schaffen wir einen lebens- und naturnahen Lernort, der vor allem die Neugier und Freude am Lernen erhält. Ziel ist es, die Kinder erfolgreich auf die Arbeitswelt und Gesellschaft von morgen vorzubereiten. Wobei Eigeninitiative, Kreativität, Vertrauen, Selbstorganisation und Eigenverantwortung eine wesentliche Rolle spielen.

Wir möchten, dass unsere Kinder nie satt werden, das Leben zu entdecken, Erfahrungen zu machen und Neues zu erschaffen. Sie sollen lebenshungrig sein, aber auch wissen, wie dieser Hunger bewusst und lebensfördernd gestillt werden kann. Wir sehen unsere Schule als einen geschützten Raum, an dem Entwicklung, Wachstum und Bildung geschehen kann. Die Kinder finden mit Unterstützung von begeisterten Pädagogen ihren eigenen Weg zur persönlichen Metamorphose.

Die Gleichheit aller in Bezug auf aktive Beteiligung und Übernahme von Verantwortung lässt die Kinder eine unvergleichliche und nachhaltige Selbstwirksamkeit erfahren. Dabei werden sie in ihrer Individualität wahrgenommen und geschätzt. Wir bedienen uns an der Struktur der Soziokratie und den Gedanken der Permakultur.

Durch die Nähe zu Natur, Tieren, Pflanzen, Menschen und Landwirtschaft wird den Kindern bewusst, warum sie die Umwelt schützen und die Erde fruchtbar erhalten sollten. Sie lernen, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln für andere Mitglieder der Schulgemeinschaft und für die Natur zu übernehmen. Dabei erwerben sie Wissen und Fähigkeiten zum schonenden Umgang mit Ressourcen, wobei das stetige Verknüpfen von Theorie und Praxis im Vordergrund steht. Das Lernen in der Natur fördert eine langfristige Motivation für umweltverantwortliches Handeln.

 

Auf diesen pädagogischen Ansätzen bauen wir auf

Freies Lernen kann keinem einzelnen pädagogischen Konzept zugeordnet werden, sondern es stellt für uns eine anpassungsfähige Kombination verschiedener Ansätze dar. Die Freie Schule NIMMERSATT vereint bewährte pädagogische und entwicklungspsychologische Erkenntnisse, um selbstgesteuertes Handeln zu stärken und die aktive, eigenmotivierte Wissensbeschaffung in den Vordergrund zu stellen. Wir orientieren uns beispielsweise an Pädagog*innen wie Célestin Freinet und Maria Montessori, wobei wir deren Grundsätze und Materialien an unsere Bedürfnisse anpassen. Nach dem Leitgedanken

„Nur was der Mensch selbst für sinnvoll hält, das was ihn neugierig macht, wird er langfristig behalten.“ (Gerald Hüther, Neurobiologe)

werden individuelle Ziele formuliert und die Lernenden werden dabei begleitet, diese zu erreichen. Hierbei spielen auch Verbindlichkeiten eine Rolle und es entsteht eine natürliche Freude an den eigenen Erfolgen, die die Kinder – frei von Leistungs- oder Notendruck – zu einem nachhaltigen und lebenslangen Lernen führt.

 

So gestalten wir unseren Lernort

In der Freien Schule NIMMERSATT findet Lernen in einer entspannten Atmosphäre statt. Die große Vielfalt der Lernorte – Wald, Garten, Wiesen, Felder, eigene Ateliers und Werkstätten – führen zu einer enormen Inspiration.
Gut vorbereitete Räumlichkeiten vermitteln den Kindern Sicherheit und laden dazu ein, Neues zu entdecken. Grundsätzlich werden die Lernorte – durch aktive Mitgestaltung – an die Interessen und Bedürfnisse der Kinder angepasst.

Es gibt die Möglichkeit jederzeit dem Bedürfnis nach Bewegung nachzukommen und sich frei, Innen wie Außen, zu bewegen. Durch Projekte mit Kooperationspartnern, Vereinen, Firmen und Institutionen vertiefen
und ergänzen externe Lernorte das ganzheitliche Lernen im sportlichen, künstlerischen, musikalischen, sozialen, kulturellen, technischen, ökologischen und ökonomischen Bereichen. Die Kinder lernen eigenverantwortlich sowohl allein, als auch in wechselnden Zusammensetzungen, fächerübergreifend und altersgemischt.

 

Unsere Lernbegleiter

„Der Lehrer muss das Kind seine Gegenwart spüren lassen, das noch sucht und er muss sich verbergen vor dem Kind, das bereits gefunden hat.“ (Maria Montessori, Pädagogin)

Die tragfähige Beziehung zu den Lernbegleiter*innen gibt den Kindern Sicherheit. Ohne einen Erwartungsdruck – von Seiten der Erwachsenen – können sie sich frei entwickeln und den eigenen authentischen Bedürfnissen folgen. Durch die enge Begleitung eines jeden einzelnen Kindes und die individuelle Unterstützung – durch Gestaltung der Umgebung, der Projekte und durch pädagogische Instrumente, wie zum Beispiel das Lerntagebuch und die Lernweltkarte – können Stärken und Interessen gefördert werden, ohne dabei zu stark in den Lernprozess des Kindes einzugreifen.

Unsere Lernbegleiter*innen sind ein Team aus Lehrkräften, Pädagog*innen aber auch Fachkräften der verschiedensten Professionen mit pädagogischer Zusatzausbildung. Sie alle verfolgen ihre Talente und Begabungen mit Begeisterung und sind den Kindern ein aktives und tatkräftiges Vorbild, das vielfältig inspiriert und Orientierung bietet.

 

Aktive Eltern – Schule als Gemeinschaft

Die Eltern – als Mitglieder der Genossenschaft ZUKUNFTSMELODIE – bilden einen wichtigen Teil unserer Schulgemeinschaft. Als Expert*innen für den individuellen Lebensweg ihrer Kinder gestalten sie gemeinsam mit unseren Lernbegleiter*innen die Lernumgebung. Sie unterstützen die Lernbegleiter*innen im Aufbau und Erhalt einer tragfähigen Beziehung zu den Kindern. Sowohl in der Genossenschaft als auch in der Schule übernehmen die Eltern – gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten – Verantwortung für pädagogische und strukturelle Abläufe, sowie für ein wirtschaftliches Gelingen unserer Schule.

 

Wir sind die Schule – unsere Kinder

Wir sehen jedes Kind als individuelle und einzigartige Persönlichkeit, der wir auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen. Jedes Kind soll sich an unserer Schule sicher und geborgen fühlen, in dem Wissen, dass es gehört
wird und dass seine Stimme zählt.

In regelmäßigen Organisations- und Arbeitskreisen (und darüber hinaus) werden die Kinder ermutigt ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen und ihre Sichtweise darzulegen. Alle sind gleichwürdig und können – in gewissen Grenzen – Schule mitbestimmen. Eine Besonderheit ist die Art und Weise wie bei uns Entscheidungen getroffen werden. Mögliche Bedenken bzw. Einwände aller Betroffenen werden gehört und dienen – als willkommene Bereicherung – der Optimierung des ursprünglichen Vorschlags. So kann die resultierende Entscheidung von allen mitgetragen werden und es wird ein offener, respektvoller und wertschätzender Umgang gefördert, der Selbstbewusstsein und Empathie stärkt.

Die Alltagswelt des Kindes und sein persönliches Lebensumfeld haben großen Einfluss auf die Gemeinschaft und die Gestaltung von Beziehungen innerhalb der Schulgemeinschaft, sowie auf die Gestaltung des Lernortes.

Jedes Kind bringt – genauso wie seine Eltern – sowohl seine Fähigkeiten und Stärken mit, als auch seine Bedürfnisse und Wünsche. Daher entscheiden wir in jedem Einzelfall im persönlichen Gespräch und nach Hospitation der Eltern, ob und wie eine Teilhabe an unserer Schulgemeinschaft gelingen kann.

 

So finanzieren wir uns

Unsere Schule finanziert sich über die Genossenschaft ZUKUNFTSMELODIE. Eltern zeichnen bei ihrem Eintritt Anteile und leisten einen einmaligen Eintrittsbetrag. Außerdem wird ein monatliches Schulgeld zuzüglich
Kosten für zusätzliche Betreuungszeiten erhoben. Nach Ablauf einer 3-Jahresfrist erhalten wir eine staatliche Förderung, diese Wartezeit wird durch einen Kredit überbrückt, der durch private Bürgschaften und eine Leih- und Schenkungsgemeinschaft abgesichert wird. Spenden und Sponsoring durch Firmen und Stiftungen sowie Eigenleistung durch die Eltern ergänzen die Finanzierung unserer Schule.